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Samstag, 18. Januar 2020

Religion

 

Evangelische und katholische Religionslehre

Beide christlichen Kirchen verzeichnen starke Rückgänge in der Zahl ihrer Mitglieder. Viele Menschen scheinen der Ansicht zu sein, Religion habe keine Bedeutung mehr für ihr Leben. Demgegenüber sprechen die hohen Auflagen esoterischer Bücher sowie das Interesse an fernöstlichen Religionen dafür, dass bei näherem Hinsehen viele Menschen auch weiterhin Interesse an religiösen Fragen und Erfahrungen haben. Die Fragen zum Beispiel nach dem Sinn des Lebens, nach ethischer Orientierung, die Erfahrung von Leid und Schuld, aber auch der Glaube an die Liebe lassen Menschen auch in unserer Zeit nicht los. Konsum, Medien und Vergnügungsmöglichkeiten aller Art scheinen hier jedoch wenig tragfähige Antworten oder Hilfen geben zu können. Das Christentum hat von jeher versucht, diese existenziellen menschlichen Fragen und Themen in den Blick zu nehmen, Antworten zu finden, Wege aufzuzeigen. Der Religionsunterricht der Oberstufe versteht sich nicht als kirchliche Unterweisung. Er bietet ein offenes, dialogisches Angebot auf christlicher Grundlage. Hierzu sind auch Nichtchristen herzlich eingeladen! Er bietet neben der Diskussion – auch aktueller ethischer Themen – Informationen über die Grundlagen christlichen Glaubens und trägt dadurch auch zum Verständnis unserer geschichtlich gewachsenen gesellschaftlichen Wirklichkeit bei. Hierbei soll er insgesamt dem Einzelnen Orientierungshilfe in seinem religiösen, ethischen, weltanschaulichen Suchen bieten.

An der Geschwister-Scholl-Schule wird Religion konfessionell unterrichtet, es gibt also evangelischen und katholischen Religionsunterricht, wobei sich die Themen aber weitgehend ähneln. Schülerinnen und Schüler, die nicht den Religionsunterricht besuchen, nehmen am Ethikunterricht teil.

In der Einführungsphase geht es zunächst um die Begriffe Religion und Glaube in der Geschichte und in unserer Zeit. Des Weiteren werden im 2. Halbjahr Deutungen der Wirklichkeit und die Bibel besonders in den Blick genommen. In der Qualifikationsphase geht es vor allem um das eigene Verständnis des Glaubens auf Grundlage der Lehre von Jesus Christus und der Gotteslehre sowie in der Auseinandersetzung mit ethisch-moralischen Fragestellungen. Der Aspekt der eigenen Verantwortung und die der Kirche spielt ebenso eine wichtige Rolle.

 

Ethik

 

Das einzige was uns fehlt, um richtige Philosophen zu werden, ist die Fähigkeit uns zu wundern. (Aristoteles)

Es ist philosophische Tradition, dass man auf der Suche nach der Wahrheit vermeintliche Gewissheiten auf den denkerischen Prüfstand stellt. So ist die Fähigkeit zur kritischen Nachfrage essentieller Bestandteil der Philosophie, von Sokrates, Platon, Aristoteles und ihren Zeitgenossen bis auf den heutigen Tag. Doch die „Fragwürdigkeit“ der Welt beschränkt sich nicht nur darauf, die Theorien anderer Menschen zu überdenken. Auch ich selbst bin gefragt, denn es gibt Fragen im Leben, um die man früher oder später nicht herumkommt: Was ist „gut“? Was ist ein gutes Leben? An welchen Werten soll ich mich in meinen Entscheidungen orientieren? Was ist überhaupt ein Wert? Wann handle ich richtig? Wie lässt sich begründen, woran man sich in seinen Entscheidungen orientieren soll? 

Diese Fragen sind in den aktuellen, kompetenzorientierten Curricula des Faches Ethik verankert, wenn es in der Einführungsphase um die Frage nach „Glück“ und die Rolle der Religion in meinem Leben geht. 

In der Qualifikationsphase werden, ausgehend von der Frage, was oder wer der Mensch überhaupt ist, verschiedene ethische Ansätze thematisiert, auf ihre Plausibilität hin untersucht, und konkret auf die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten der gegenwärtigen Medizinethik und einer gerechten Gesellschaft angewendet. 

Ziel ist dabei nicht soziale Anpassung und gesellschaftliche Konformität, sondern sittliche Autonomie: Die Schülerinnen und Schüler sollen sich nicht nur Wissen aneignen, sondern vor allem die Kompetenz zu eigener ethischer Argumentations- und Urteilskraft entwickeln, um zu autonomem, verantwortungs- und wertbewusstem Handeln befähigt zu werden. Die kognitive Auseinandersetzung mit ethisch-philosophischen Modellen bzw. mit den Gedanken und Texten ethischer Theoretiker und Philosophen ist kein Selbstzweck. Sie dient dazu, Hilfe zu sein für die Selbstfindung des einzelnen Schülers/der einzelnen Schülerin und seine/ihre reflektierte Lebensbewältigungspraxis. Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, sich kritisch mit eigenen und fremden Positionen auseinanderzusetzen, ihren eigenen Standort zu finden und argumentativ zu begründen. Die Beschäftigung mit fremden Gedanken soll das eigenen Denken anregen, schulen und lebendig werden lassen.

In diesem Bemühen ist der Ethikunterricht den allgemein anerkannten Normen und Grundwerten unserer Gesellschaft (Menschenrechte, Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland) verpflichtet.