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Samstag, 18. Januar 2020

Geschichte

 

Warum Geschichte? Warum sollte man sich mit Dingen beschäftigen, die doch vor langer Zeit passiert und vergangen sind. Geschichte, so kann eine Antwort lauten, ist historische Erinnerung, eine Erinnerung an Vergangenes, das im Wesentlichen bereits vor unserer Lebensgeschichte geschehen ist. Erinnerung aber ist eine menschliche Fähigkeit, sogar ein menschliches Bedürfnis. Darum haben Menschen immer wieder ihre Erfahrungen festgehalten, damit sie selbst und ihre Nachfahren daraus lernen konnten. Die ersten Geschichtsschreiber suchten in der Vergangenheit die Ursachen für Probleme und Konflikte ihrer Gegenwart und hielten ihre Erkenntnisse schriftlich fest, für ihre Mitbürger und die Nachwelt. Die menschliche Neugier, das Fragen nach Zusammenhängen und Gründen prägt die Beschäftigung mit der Vergangenheit und ihren Zeugnissen. In der Schule bietet das Unterrichtsfach Geschichte den Rahmen dafür, Fragen an die Vergangenheit zu stellen, Ursachen verschiedenster Phänomene zu suchen, Zusammenhänge zu erkennen oder auch nur interessante Ereignisse und Personen kennen zu lernen.

Vorgesehen ist, dass Sie in der Oberstufe im Rahmen eines chronologischen Durchlaufs von der Klassischen Antike bis zur deutschen Wiedervereinigung anhand unterschiedlichster Materialien und mit Hilfe verschiedener Methoden exemplarisch historische Fragestellungen bearbeiten. So steht die Einführungsphase unter dem Rahmenthema „Wurzeln des europäischen Selbstverständnisses und Entstehung der modernen Welt“. Zunächst stehen die „Formen von Herrschaft und Gesellschaft in Antike und Mittelalter“ im Mittelpunkt. Bei der Beschäftigung mit diesen im eigentlichen Sinne ,,unmodernen“ Gesellschaften, die sich auf den ersten Blick so deutlich von unserer Gesellschaft unterscheiden, entwickeln Sie Untersuchungskriterien und üben historische Methoden ein. Anschließend untersuchen wir „Interkulturelle Begegnungen und europäische Aufbrüche“. Sie analysieren die Prozesse, in denen sich der Wandel Europas vom Mittelalter zur Neuzeit fassen lässt. Hierbei ist es entscheidend, das Wechselspiel von Kontinuitäten und Umbrüchen zu erfassen. Haben Martin Luther, Galileo Galilei, Christoph Kolumbus, Immanuel Kant die Welt verändert? Oder galten für das Leben der Menschen und ihre Rolle in der Ständegesellschaft nicht doch noch die gleichen Bedingungen wie für ihre Vorfahren im Mittelalter? Abschließend wird in der E 2 die Französische Revolution behandelt. Welche Ursachen hatte diese Revolution, welche Ziele verfolgten die verschiedenen Trägergruppen und wie wurden diese Ideen umgesetzt?

In der Qualifikationsphase ist für jedes Halbjahr ein verbindliches Themenfeld vorgesehen, zwei weitere werden aus einem breiteren Themenspektrum durch Erlass des Kultusministeriums festgelegt. In der Q1 erarbeiten Sie unter dem Rahmenthema ,,Nation, Kapitalismus und Expansion: Europa und die Welt im 19. Jahrhundert“ verbindlich die deutsche Revolution von 1848/49 und ihre Folgen. Ein mögliches weiteres Thema ist die Industrialisierung. Sie setzen sich mit den Ursachen der Industriellen Revolution ebenso wie mit den Kehrseiten des wirtschaftlichen Fortschritts auseinander. Auch die Macht- und Geltungspolitik der imperialistischen Staaten und die Konsequenzen für das internationale Beziehungsgeflecht stellen ein mögliches Thema dar.

Während der Q2 beschäftigen Sie sich mit einer der brisantesten Phasen der deutschen und internationalen Geschichte und untersuchen ,,Die Welt zwischen Demokratie und Diktatur (1917-1945)“. Die „Zerstörung von Demokratie und Menschenrechten in Deutschland und Europa während der nationalsozialistischen Diktatur“ steht im Zentrum dieses Halbjahres. Mögliche weitere Themen sind die Weimarer Republik, aber auch weltpolitische Fragestellungen, wie z. B. die Rolle der USA oder die Bedeutung der Russischen Revolution.

Im Verlauf der Q3 erforschen Sie den „Ost-West-Konflikt, postkoloniale Welt und Globalisierung“. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung der beiden deutschen Staaten zwischen 1945 und 1990 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges als globaler Auseinandersetzung. Darüber hinaus werden weltpolitische Entwicklungen und Konflikte thematisiert, z. B. die Weltordnung während des Kalten Krieges, der europäische Einigungsprozess oder der Nahostkonflikt.

In der Q4 schließlich steht der öffentliche Umgang mit Geschichte in der Gegenwart im Zentrum. Gegenwärtige Deutungen der Vergangenheit finden sich nicht nur in der Fachwissenschaft, sondern auch in medialen Produkten (Denkmäler, Filme, historische Ausstellungen etc.). Die Auseinandersetzung mit Phänomenen der Geschichts- und Erinnerungskultur ermöglicht sowohl eine vertiefende Wiederholung von zentralen Problemstellungen als auch eine Orientierung in der Gegenwart. Die Untersuchung wissenschaftlicher und öffentlicher Kontroversen über die Bewertung von Vergangenheit ermöglicht die Urteilsbildung anderer zu hinterfragen und zu einer eigenen begründeten Bewertung zu kommen. (Beispiele: Wer entfesselte den Ersten Weltkrieg? War die DDR ein Unrechtsstaat?)

 

Geschichte bilingual

 

Geschichte auf Englisch – geht das? Das werden sich manche von Ihnen fragen. Hat das Sinn? Ist das nicht viel zu schwer? Nun, wir versuchen es an unserer Schule, und es ist leichter, als viele denken. Am Anfang während der Einführungsphase wird den Schülern der Einstieg erleichtert, indem die Themengebiete, wie das Alte Rom, das Mittelalter oder die Renaissance teilweise noch auf Deutsch unterrichtet werden. Im Laufe der Einführungsphase nimmt dann der Anteil des Englischen immer mehr zu, so das zu Beginn der Qualifikationsphase 1 die Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, weitgehend problemlos Englisch als Kommunikationssprache im Fach Geschichte zu verwenden. Dabei folgen wir dem ganz normalen Themenplan; der Bewertung steht immer die Geschichtsleistung im Vordergrund. Interessierte Schülerinnen und Schüler profitieren vom bilingualen Geschichtsunterricht, da sie ihren aktiven Wortschatz deutlich erweitern, weshalb sich der bilinguale Unterricht natürlich auch an Schülerinnen und Schüler richtet, die nicht im Englisch-Orientierungskurs sind. Kommt vorbei und probiert es aus! Ein Wechsel in den „normalen“ Geschichtsunterricht ist jeweils zum Halbjahr möglich.