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Sonntag, 25. Juni 2017

Kleine Chronik des Melsunger Gymnasiums

1869 "Vilmars Erziehungs- und Lehranstalt" wird durch Pfarrer Wilhelm Vilmar gegründet. Der Unterricht erstreckt sich von Klasse 5 (Sexta) bis Klasse 10 (Untersekunda). Er findet statt in der Rotenburger Straße (heute Volks- und Raiffeisenbank). Das Schulgeld beträgt je nach Klassenstufe zwischen 100 und 150 Reichsmark pro Schuljahr. Ein Internat ist der Schule angeschlossen. Zunächst werden nur Jungen aufgenommen.

1902 Nach dem Tode Vilmars verfügt die Regierung die Schließung der Schule, deren Schülerzahl auf 56 gesunken ist.

1903 Es gelingt, einen neuen Käufer zu finden: Pfarrer Karl Kauffmann übernimmt die Schule. Neben den Gymnasialklassen werden Realklassen eingerichtet.

1905 Der 100. Schüler wird mit einem Fackelzug gefeiert.

1914 Die Schule erhält die Berechtigung, die "Einjährigen-Prüfung" (Privileg, den Wehrdienst auf ein Jahr zu verkürzen) abzunehmen.

1920 Die "Höhere Töchterschule" wird übernommen und integriert. 32 Mädchen werden bis auf Turnen, Singen und Handarbeit gemeinsam mit den Jungen unterrichtet. Verspätete 50-Jahrfeier und Gründung eines Verbandes ehemaliger "Vilmaraner."

1922 Die Schule erhält das Recht, das Zeugnis der "Mittleren Reife" auszustellen.

1925 Verkauf der Schule an den Kreis Melsungen. Dieser unterhält als erster Landkreis im Staate Preußen eine Kreisrealschule aus eigenen Mitteln.

1927/28 Errichtung eines Neubaus in der Rotenburger Straße, der noch erhalten ist.

1930 Erstes Abitur für 8 Abiturienten.

1934 Kaufmann geht in den Ruhestand. Ernst Henne übernimmt die Leitung der Schule, deren Schülerzahl auf ca. 300 angestiegen ist, davon ein Drittel Mädchen.

1939 Für den am Krieg teilnehmenden Schulleiter wird zunächst Hans Kamm, danach Konrad Löwe mit der Leitung beauftragt. Einrichtung eines Lazaretts in den Räumen der Schule. Ausweichen auf die Stadtschule, Jugendherberge, Landratsamt, Arbeitsamt. Auch in Guxhagen und Morschen wird zeitweise unterrichtet. Durch Evakuierte steigt die Schülerzahl auf 400.

1945 Zwischen April und November findet kein Unterricht statt. Die Schülerzahl steigt auf 600 an. Ein starker Mangel an Lehrkräften macht die Einstellung von Pensionären und Hilfslehrern erforderlich. Dr. Wilhelm Weidemann übernimmt die Leitung der Schule.

1952 Gabelung in einen sprachlichen und einen mathematisch-naturwissenschaftlichen Zweig. Neugründung einer Vereinigung "Ehemaliger". Seit Beginn der fünfziger Jahre Ausbildung von Referendaren. Zahlreiche Konzerte und Aufführungen von Theaterstücken.

1954 840 Schüler, starke Raumnot, Schichtunterricht. Schüleraustausch mit der Grammar School Bedlington bei Newcastle.

1955 Aufgrund eines ministeriellen Erlasses schlägt die Schule die Namensgebung „Freiherr-vom-Stein-Gymnasium“ oder „Ludwig-Spohr-Gymnasium“ vor ohne jedoch Einvernehmen mit dem Schulträger zu erzielen

1957 Umzug in ein neues Schulgebäude auf dem Galgenberg (heute Gesamtschule). (31.08.1957)

1959 Nach längeren Diskussionen und auf der Grundlage eines klaren schulinternen Votums beantragt die Schule beim Schulträger die Namensgebung „Eichendorff-Schule“. Der Schulträger beschließt hingegen im Herbst, dass das Melsunger Gymnasium künftig den Namen „Geschwister-Scholl-Schule“ tragen soll. Der Beschluss wird im Februar 1960 offiziell umgesetzt.

1959 Die Schule feiert ihr neunzigjähriges Jubiläum.

1961 Gerhard Laakmann übernimmt die Leitung der Schule.

1963 Einweihung einer neuen Turnhalle.

1965 Aufnahme von Realschulabsolventen. Landeselterntag in Melsungen. Gründung des Lehrersportvereins.

1966 Der bis heute andauernde Schüleraustausch mit der Melsunger Partnerstadt Dreux beginnt. Eine erste französische Schülergruppe besucht Melsungen.

1969 100jähriges Jubiläum. Schüleraustausch mit einer Londoner Schule, andauernd bis 1982. Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre Spannungen und Konflikte in Zusammenhang mit der linken Schüler- und Studentenbewegung. Über 1000 Schüler, starker Lehrermangel.

1970 Schülerstreik und Demonstration gegen den "Numerus Clausus" an Hochschulen.

1973/74 Umzug der Oberstufe in das neue Gebäude (1. Bauabschnitt).

1974 Erstmals über 100 Abiturienten.

1976 Einführung des voll entwickelten Kurssystems. Voraus ging eine Phase der fachspezifischen Differenzierung in einzelnen Fächern.

1980 Der ,,Schrumpfungsprozess" zum Oberstufengymnasium ist abgeschlossen. Ab Schuljahr 1980/81 umfasst die Schule drei Jahrgänge. Offizielle Gründung des Schulverbundes Melsungen. Informelle Kooperation zwischen den Gesamtschulen, den Beruflichen Schulen und dem Gymnasium erfolgte bereits in den vorausgehenden Jahren.

1981 Gerhard Laakmann tritt in den Ruhestand. Nachfolger in der Schulleitung wird Jürgen Schmidt. Mit 209 Abiturienten wird die bisherige Höchstzahl erreicht.

1983 Einführung der jährlichen Projekttage und des Sporttages.

1986 Die Schule erhält einen Sonderpreis im Landeswettbewerb ,,Natur macht Schule." Ihr Schulgartenprojekt (,,Ökogelände") wird mit Landes- und Bundesmitteln gefördert.

1987 Kultusminister Wagner besucht die Schule. Initiativen und Diskussionen um die Wiederherstellung eines voll ausgebauten Gymnasiums.

1988 Schülerinnen und Schüler des Russisch-Kurses in Moskau. 1990 kommen russische Schüler nach Melsungen. Theateraufführung Frisch: ,,Biedermann und die Brandstifter". Weiter Stücke werden in den nächsten Jahren aufgeführt.

1989 Ausstellung von Kunstkursen im Regierungspräsidium. Zahlreiche Kunstausstellungen in den 80er und 90er Jahren im Foyer der Stadthalle und den beiden Melsunger Banken.

1990 Demonstration in der Stadt für den Frieden, gegen den Golfkrieg.

1991 Erstes anonymes Plakat mit rechtsextremistischem Inhalt und Zerstörung von Anpflanzungen, wahrscheinlich durch schulfremde Täter.

1992 Die Geschwister-Scholl-Schule wird Schulsportzentrum des Schwalm-Eder-Kreises. Erneute Diskussion und Initiativen zur Einrichtung einer 5. Gymnasialklasse.

1993 Einrichtung der Schulkonferenz.

1994 Jubiläum: 125 Jahre Gymnasium in Melsungen.

1998 Ausstellung zur "Weißen Rose“.

1998 Erstes Schulprogramm als Bestandsaufnahme des Bildungsangebotes und der Arbeit der Schule in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für pädagogischen Forschung (DIPF).

1999 Verabschiedung des Schulleiters Jürgen Schmidt in den Ruhestand.

2000 Dr. Reinhard Köhler wird neuer Schulleiter.

2000 Aufnahme der Schule in den hessischen Modellversuch „SINUS“ (Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts). Curriculare Umgestaltung des Leistungskurses Mathematik durch den Einsatz von Computeralgebrasystemen.

2000 Einrichtung eines Fortbildungskonzeptes mit jährlicher Durchführung pädagogischer Konferenzen zur Schulentwicklung.

2001 Einrichtung jährlicher berufsorientierender Praktika für den Jahrgang 12  während der Osterferien.

2001 Umgestaltung des Foyers und des Schülerbereiches. Einrichtung einer Cafeteria und Aula. Einweihung des generalüberholten Steinway-Flügels in der Aula mit einem Schulkonzert. Goldenes Abiturjubiläum von Herrn Nobelpreisträger Prof. Dr. Dr. Reinhard Selten und Einweihung einer Bronzebüste im Foyer.

2002 Mathematisch-naturwissenschaftliche Abendtagung mit Prof. Dr. Blum (Uni Kassel) und Podiumsdiskussion zum Thema „Der PISA-Schock: Bildung auf dem Prüfstand“. Benefizabend für den Verein „Praktisches Lernen und Schule“ mit dem Kabarettisten Karl-Hermann Garff.

2002 Fertigstellung des Schulprogramms mit der verbindlichen Festlegung von Arbeitsschwerpunkten zur weiteren Schulentwicklung; Wiedereinrichtung des Unterrichtsangebotes „Japanisch“.

2003 Erste Herausgabe eines Jahrbuches der Schule.

2003 Verabschiedung des stellvertretenden Schulleiters, Herrn Gerhard Riedmann und des Studienleiters, Herr Peter Kochinki in den Ruhestand.

2003 Erstmalige Teilnahme von Schülerinnen und Schülern am Coachingprogramm „Jugend Aktiv“.

2004 Erster „Literarisch-kultureller Abend“ an der GSS; diese Abende werden seitdem jährlich mit großer Resonanz unter Mitwirkung von bis zu 80 Schülern durchgeführt.

2004 Einrichtung des „Reinhard-Selten-Preises“ zur Würdigung hervorragender Leistungen und besonderem Einsatzes für die Weiterentwicklung der Schule und des Schullebens.

2004 Novelle der Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VOGO) und Aufnahme der ersten Klasse 11, die das Zentralabitur ablegen muss. Erstmalige Anträge von Schülerinnen und Schülern für so genannte „Besondere Lernleistungen“ im 5. Abiturprüfungsfach.

2004 Ausbau des naturwissenschaftlichen Angebotes durch Einrichtung einer Science-AG, Teilnahme an Universitätspraktika (z. B. zur Gentechnik) und akktueller Projekte (Venus-Transit 2004, Ausstellung zum Einsteinjahr 2005).  Einrichtung eines bilingualen Zweiges (Bio/Eng bzw. Gesch/Eng). Nordhessische Regionaltagung „Lernen und Arbeiten mit neuen Medien im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht“ an der GSS. Einrichtung eines Multimediaraumes.

2005 Brand in den naturwissenschaftlichen Räumen mit anschließender Sanierung des gesamten Untergeschosses.

2005 Einrichtung verkürzter gymnasialer Bildungsgänge (G8) im Schulverbund.

2006 Einführung regelmäßiger Mitarbeitergespräche zwischen Lehrkräften und Schulleiter.

2006 Einführung eines jährlichen Verkehrssicherheitstrainingstages.  Neueinrichtung der Theater-AG.

2006 Nordhessische Regionaltagung „SINUS-Transfer“ an der GSS zur Verbesserung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts.

2007 Drittes Schulprogramm zur Fortschreibung und zum Ausbau der bisherigen Schulentwicklung.

2007 Erstes schriftliches Abitur mit zentralen Aufgabenstellungen (Landesabitur).

2007 Einrichtung eines Handballförderzentrums im Schulsportzentrum. Einrichtung des Faches „Darstellendes Spiel“.

2008 Erstmalige Durchführung einer externen Schulinspektion mit guter Beurteilung der Arbeit und des Angebotes der Schule. Verbindliche Zielvereinbarungen mit dem Schulamt über Schwerpunkte der Schulentwicklung der nächsten 5 Jahre.

2008 Nordhessische Regionaltagung des „Vereins zur Förderung des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts (MNU)“ zum Thema: „Kompetenzorientierter Unterricht“ an der GSS.

2009 Die neue Oberstufen- und Abiturverordnung (OAVO) tritt in Kraft. Rückwandlung von G8- in G9-Bildungsgänge in den Verbundschulen in Felsberg und Spangenberg. Erstmalige Einrichtung des Leistungsfaches „Informatik“.

2009 Neubau einer Sporthalle durch die Stadt Melsungen im Schulzentrum.  Beginn der Umbaumaßnahmen zur kompletten Sanierung der Gebäudehülle.

2010 Jubiläum zur Namensgebung der Schule vor 50 Jahren. 

2010 Aufnahme des G8-G9-Doppeljahrganges in die Einführungsphase.