Sie sind hier: Schulangebot / Fächer / Aufgabenfeld 1 / Deutsch

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Deutsch

 

„Ich beherrsche die deutsche Sprache, aber sie gehorcht nicht immer.“

(Alfred Polgar)

„Deutsch kann jeder!“ – schön, wenn das so wäre! Denn ganz so einfach, wie viele oft vermuten, ist es mit der deutschen Sprache und Literatur nicht. Verzweifeln sollte man deshalb aber keineswegs: Deutsch kann vielleicht nicht jeder, aber Deutsch kann jeder lernen. Das heißt für den Unterricht an der gymnasialen Oberstufe, dass außer den traditionellen Inhalten aus den Bereichen „mündliche Kommunikation“, „Umgang mit Texten“, „Literatur“ und „Literaturgeschichte“ zunehmend auch Orientierungswissen aus anderen Bereichen wie Philosophie und Kulturgeschichte vermittelt wird. Ganz praktisch bedeutet dies für den Deutschunterricht, dass mit vielfältigen analytischen, kreativen und kooperativen Methoden oftmals auch fächerübergreifend gearbeitet wird. Eine Unterrichtsstunde dient speziell dem Training der Methodenkompetenz. Zudem können sich die Schülerinnen und Schüler neben dem vielfältigen Unterrichtsangebot auch kreativ in Projekten wie „Poetry Slam“ oder beim „Musikalisch-literarischen Abend“ einbringen.

Einiges davon klingt vielleicht kompliziert, jedoch: keine Angst, der Deutschunterricht in der Einführungsphase hat auch die Funktion des Ausgleichs unterschiedlicher Bildungsvoraussetzungen zwischen den Schülerinnen und Schülern sowie der Orientierung im Hinblick auf die Qualifikationsphase in den folgenden beiden Jahren. Dem entspricht in der E1 das Rahmenthema „Identitätsfindung“ mit dem konkreten Thema „Kindheit und Jugend“,  ergänzt durch das Rahmenthema „Lebensentwürfe“ in der E2. Diese thematische Grundlage macht es möglich, im Unterricht bei der subjektiven Situation der Schülerinnen und Schüler anzusetzen und ihnen zu helfen, durch sinnvolle Begegnung mit unterschiedlichsten literarischen Texten der Vergangenheit und der Gegenwart die eigene Situation besser zu begreifen und auch in ihrem historisch-gesellschaftlichen Kontext fundiert zu verstehen. In der Einführungsphase werden somit häufig zeitgenössische Romane wie „Faserland“ oder „Tschick“ gemeinsam bearbeitet, später dann natürlich auch Klassiker wie „Die Leiden des jungen Werther“.

Der Rahmenplan sieht für die Qualifikationsphase vor, dass sich der Schwerpunkt des Deutschunterrichts zunehmend auf objektive Ansätze und Inhalte verschiebt – das zeigen die Rahmenthemen:

Q1: „Das Individuum im Spannungsfeld zwischen Ideal und Wirklichkeit“

Q2: „Individuum und Gesellschaft“

Q3: „Weltentwürfe“

Q4: „Wirkungszusammenhänge von Literatur“

Besonders in der Qualifikationsphase werden die Schülerinnen und Schüler also schrittweise in literaturwissenschaftliche Arbeitsmethoden eingeführt. Am Ende sollen sie die Hauptepochen der Literatur- und Kulturgeschichte kennengelernt haben.